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Hindus in Deutschland

Weber, Edmund
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Abstract
Der Hinduismus galt in Deutschland in erster Linie als eine akademische oder exotische An-gelegenheit. Die altindische Philologie hat ihn in einer mehr archaischen Gestalt bekannt ge-macht, zugleich aber auch religiös neutralisiert. Diese Rezeption der Hindu Religiosität hat dann zu dem geführt, was man westliche Hinduismusideologie bezeichnen könnte. Aus dem Gefühl der globalen Überlegenheit heraus sah man den Hinduismus gleichsam als eine exo-tisch-buntscheckige Kuh an, die keine heute verwertbare Milch mehr liefert. Ihn für das tat-sächliche Leben und dessen kulturell-religiöse Ausgestaltung zu verwenden, konnte und woll-te ein sog. aufgeklärter Bürger nicht wagen. In existentieller Hinsicht war das Hindutum tabu. Erst der systematische Theologe Rudolf Otto hat in einer Phase des 20. Jahrhunderts, in dem die religiöse Intoleranz ganz besonders und gerade auch theologisch triumphierte, auf Grund persönlicher Erfahrung die reale religiöse Relevanz des Hindutums unüberhörbar zur Sprache gebracht. Indem er sich der existentiellen Konfrontation mit dem Hindutum stellte, entdeckte er als Angehöriger der westlichen Kultur dessen Wahrheitswürde. Er konnte den Hinduismus nicht mehr als bloß historisch interessantes, aber erledigtes Phänomen der menschlichen Geis-tesgeschichte betrachten und im übrigen zur christlichen Tagesordnung übergehen. Seine e-xistentielle Erfahrung ließ ihm keine andere Wahl: Der Hinduismus ist eine gewaltige Symbo-lik des Heiligen
Note(s)
Topic
Type
Article
Date
2002
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