• Andreas Anter: Theorien der Macht zur Einführung

      Selk, Veith (UB Tübingen, 2015-12-28)
      Andreas Anter (2013): Theorien der Macht zur Einführung, 2., korrigierte Auflage, Hamburg: Junius. 176 S., ISBN 978-3-88506-062-8, EUR 13,90.
    • Anerkennung durch Gewalt

      Mata, Heiko; Sitzer, Peter (UB Tübingen, 2015-06-01)
      Der Artikel gibt einen Überblick über Anerkennungskonzepte in der Jugendgewaltforschung. Ob als subjekt- oder gesellschaftstheoretischer Zugang, Anerkennung wird in den verschiedenen Ansätzen als zentrale Funktion in Sozialisation und Individuation verstanden und scheint entsprechend fruchtbar um auf die lebensphasenspezifischen Besonderheiten der Adoleszenz einzugehen und somit die Funktion von Gewalthandlungen Jugendlicher verständlich zu machen.The article provides an overview of concepts on recognition in the research area of juvenile violence. Within the different approaches recognition yields a central function concerning both socialization and individuation no matter if it is subject-focused or society-focused. Recognition as a concept seems to be fruitful to empirically deal with adolescence´s characteristics and thus make the function of juvenile violent behavior understandable.
    • Anerkennungsbegriff und Inklusionsdiskurs. Behinderung als Herausforderung für die Sozialethik

      Spieß, Christian (UB Tübingen, 2015-06-01)
      In den zurückliegenden Jahrzehnten ist der Begriff der Inklusion zu einem zentralen gesellschaftspolitischen Leitbegriff geworden. Dabei geht es um die Ermöglichung voller gesellschaftlicher Teilhabe für Personen und Gruppen, die davon bisher ausgeschlossen waren. In Bezug auf Menschen mit Behinderung wird in dem Beitrag eine systematische Verbindung zwischen dem philosophischen Anerkennungsbegriff (im Anschluss an Hegel) einerseits und dem Paradigma der Inklusion andererseits hergestellt. Während mehrere bedeutende Ethiken der Gegenwart (z. B. Rawls, Nussbaum, Singer) zur Exklusion von Menschen mit Behinderung neigen, dürfte eine Ethik der Anerkennung eine stabilere Basis für eine inklusive Sozialethik bieten. In the last few decades the concept of Inclusion became increasingly important in social policy. Inclusion in this case means the enabling of full social participation of persons and groups hitherto lacked full social participation. In regard to people with disabilities this contribution outlines a systematic link between the philosophical idea of recognition (referring to Hegel) on the one hand and the paradigm of social inclusion on the other hand. Whereas several contemporary ethical theories (e. g. Rawls, Nussbaum, Singer) tend to exclude people with disabilities, an ethical concept referring to the idea of recognition seems to provide a firm foundation for the development of inclusive ethics.
    • Ansgar Kreutzer: Kritische Zeitgenossenschaft

      Möhring-Hesse, Matthias (UB Tübingen, 2015-06-01)
    • Anstiftung zur Kritik. Überlegungen zu einer politisch-theologischen Ethik

      Riedl, Anna Maria (UB Tübingen, 2017-12-30)
      In Auseinandersetzung mit der politischen Philosophie Judith Butlers (ihrer Theorie postsouveräner Subjekte und der Kritik der ethischen Gewalt) fragt der Artikel nach einer politisch-theologischen Ethik, die Ethik wesentlich als Praxis der Kritik versteht. Ausgangspunkt dieser Überlegungen sind die Herausforderungen, die die Neue Politische Theologie aufgeworfen hatte und die als bleibende Aufgabe im Raum stehen. Indem Butler als dritte Gesprächspartnerin in den nicht immer einfachen Dialog von Neuer Politischer Theologie und theologischer Ethik eingeführt wird, lassen sich diese Aufgaben und Herausforderungen aufnehmen und zugleich weiterdenken. So lässt sich eine Ethik in den Blick nehmen, die ihre wesentliche Aufgabe in der Kritik sieht, die auf ethische Gewaltlosigkeit abzielt und die sich im Spannungsfeld im von Anthropologie, Gesellschaftstheorie und politischer Verantwortung verortet.In dialogue with the political philosophy of Judith Butler (specifically her theory of post-sovereign subjects and the critique of ethical violence) my article sketches a politico-theological ethics that understands ethics as critique. My starting point are the challenges formulated by the New Political Theology, which remain relevant to this day. By introducing Butler as a third element into the (often difficult) debate between New Political Theology and Theological Ethics, these challenges can be taken up and thought about anew. This allows us to focus on an ethic as critique, non-violent and situated between anthropology, social theory and political responsibility.
    • Antiidentitäre Sozialethik

      Möhring-Hesse, Matthias (UB Tübingen, 2020-08-01)
      Lässt sich in der akademischen Arbeit an einer sozialethischen Theorie, dass diese Theorie auf einem politischen Handlungsfeld orientierend in Richtung von Identitätspolitik wirkt? Mit Aussicht auf die potentiell destruktiven Wirkungen von Identitätspolitik wird diese Frage mit »nein« beantwortet. Daraus wird der Schluss gezogen, dass Sozialethik so betrieben werden sollte, dass sie nicht zur Orientierung von Identitätspolitik genommen werden kann, dass sie – mehr noch – politischen Akteuren identitätspolitische Absichten und Neigungen »ausredet«.Can it be justified in academic work on a social-ethical theory that this theory has an orientation towards identity politics in a political field of action? In view of the potentially destructive effects of identity politics, the answer to this question is "no". The conclusion from this is drawn that social ethics should be pursued in such a way that it cannot be taken as an orientation for identity politics. Instead, it must persuade political actors out of their intentions and inclinations to identity policy.
    • Anwälte der Öffentlichkeit Über Zivilgesellschaft, Befähigungsarbeit und den Auftrag der Kirchen

      Bleyer, Bernhard; Laux, Bernhard (UB Tübingen, 2015-06-01)
      Öffentliche Debatten stehen immer in der Gefahr betroffene Gruppen auszu- schließen. Die Regeln des demokratisch orientierten, kommunikativen Zusam- men- und Auseinandersetzens schließen jedoch die Anforderung einer kommu- nikativen Inklusion und Achtung gegenüber allen Betroffenen ein. Um diese erfüllen zu können, braucht es eine vorgängige Praxis, die für die Offenheit der Öffentlichkeit aktiv ist und zum Handeln und Diskurs ermächtigt. Die Handlungsermächtigung hat eine strukturelle und eine personale Dimension. Erst wenn die Beteiligungsmöglichkeiten für alle Kommunikationsfähigen und die Vertreter der Nicht-Kommunikationsfähigen faktisch existieren, kann die Auseinandersetzung zu einer öffentlichen, kann die öffentliche Auseinander- setzung tatsächlich eine demokratische werden. Kirche ist in Wahrnehmung der »kommunikativen Diakonie« als Befähigungsakteur gefordert. Sie kommt dabei nicht umhin, auch ihre innere Öffentlichkeit zu entfalten. Public debates are always in the danger of excluding the groups most affected. The rules of a democratically-oriented, communicative consensus-building process, however, imply a demand for the (social) inclusion and respect for all people concerned. Furthermore, in order to fulfill this demand, an ante- cendent practice which advocates openness in the general public and empowers persons concerned to take action and participate in the discourse. The empowerment to take action comprises a structural and a personal dimension. The discussion has the chance to become a public one, and as a consequence, the public discussion has a chance to become a truly democratic one. This cannot be achieved until an opportunity to participate in the public discourse exists in practice for those who are able to communicate as well as for the representatives of those who cannot make their voices heard. The Church is – in recognition of its «communicative diakonia» – called upon to act in an empowering manner. The Church will not be able to avoid developing its interior public sphere.
    • Apologetische Diskursbeobachtungen. Anna Maria Riedl über das Potenzial einer post-strukturalistischen Perspektive für die Theoriebildung christlicher Sozialethik

      Schönwälder-Kuntze, Tatjana (UB Tübingen, 2020-08-01)
      Rezension von: Anna Maria Riedl (2017): Ethik an den Grenzen der Souveränität. Christliche Sozialethik im Dialog mit Judith Butler unter Berücksichtigung des Kindeswohlbegriffs, Reihe Gesellschaft – Ethik – Religion Bd. 8, Tübingen: Ferdinand Schöningh.
    • Arbeit und psychische Erschöpfung: Zur Genese und Entwick-lung des Konzepts Burnout

      Hirschfeld, Alexander (UB Tübingen, 2015-12-28)
      Das gegenwärtig vieldiskutierte Problem arbeitsbedingter psychischer Erschöpfung ist Teil eines umkämpften Feldes. Um der dominanten Deutung dieses Phänomens auf die Spur zu kommen, wird seine Genese und Entwicklung als soziale Problematisierung nachgezeichnet. Am Beispiel des Konzepts Burnout wird gezeigt, wie sich Erschöpfung als Problem der psychischen Gesundheit jenseits klassischer Krankheitsvorstellungen etabliert. Die Analyse des wissenschaftlichen Diskurses macht deutlich, dass in den 70ern ein Netzwerk der Expertise entsteht, das den Konflikt zwischen Arbeit und Ermüdung ins Zentrum rückt. Im Laufe der 80er- und 90er-Jahre wird die Problematisierung jedoch zunehmend von den Deutungsmustern der Anpassung und aktiven Gestaltung psychischer Gesundheit überlagert.In contemporary society, work-related psychological exhaustion is a controversial issue. In order to comprehend why a particular perspective dominates current debates, the social production of this phenomenon is analyzed. Using burnout as an example, it is shown that work-related psychological exhaustion has been established as a problem beyond common categories of mental illness. The study of scientific discourse shows how a network of expertise emerged in the 1970s that focused on the conflict between work and life. However, in the 80s and 90s this view was challenged and has partly been replaced. Burnout has been perceived as a problem of adaption and related to the possibility to actively stimulate psychological well-being.
    • Arbeit, Burnout und der buddhistische Geist des Kapitalismus

      Wagner, Greta (UB Tübingen, 2015-12-28)
      Bei dem Burnout-Syndrom, das immer häufiger diagnostiziert wird, handelt es sich anders als bei der Depression um ein exogenes Leiden. Es ist eine moderne Vorstellung, dass es die Gesellschaft sein kann, die krank macht. Auch das Auftreten der Neurasthenie Ende des neunzehnten Jahrhunderts erklärte man sich mit sozialem Wandel. Ein Aspekt, der den sozialen Wandel der Gegenwart auszeichnet, ist die Anforderung und das Bestreben, das eigene emotionale Erleben zu optimieren. In einer Kultur der Selbstzuständigkeit erschafft dies ein hohes Maß an Stress. Welche Strategien des Umgangs gibt es mit den neuen sozialen Anforderungen am Arbeitsplatz und zeichnet sich hierbei die Herausbildung einer neuen Rechtfertigungsordnung ab, die angelehnt an buddhistische Praktiken eine nachhaltige Nutzung der subjektiven Ressourcen in Aussicht stellt? Burnout syndrome is diagnosed more and more frequently in Germany. In contrast to depression it is a sickness considered to be caused by exogenous factors. It is a distinctly modern idea to assume that society may cause different kinds of mental illness. The occurrence of neurasthenia at the end of the nineteenth century had already been linked to social change. One aspect of the social change we witness today is the requirement to optimize one‘s subjectivity including one‘s own emotions. In a culture of self-responsibility this causes a lot of stress. Which are the coping strategies with these new requirements at the work place and is there a new order of justification emerging, that is inspired by Buddhist practices and holds out the promise of a sustainable use of subjective resources?
    • Arbeitsmigration nach und aus Deutschland im Zuge der Finanzkrise in Südeuropa sowie der wirtschaftlichen Transformation und Erweiterung der EU in Osteuropa

      von Loeffelholz, Hans Dietrich (UB Tübingen, 2015-06-01)
      Richtungen und Intensitäten der aktuellen innereuropäischen Wanderungsbewegungen haben sich seit Verschärfung der EU-Finanz- und Staatsschuldenkrise 2011 spürbar verändert. Mehr Süd- und Südosteuropäer fliehen vor der in ihren Ländern aus konjunkturellen, aber auch aus strukturellen Gründen, vor allem unter Jugendlichen, steigenden Arbeitslosigkeit; sie machen in vielen Fällen erstmals von der Freizügigkeit in der EU Gebrauch. Zur Bewältigung der absehbaren ökonomischen und partiell auch demografischen Migrations- und Integrationsherausforderungen spielt die Konsistenz der Migrations- und Integrationspolitik mit anderen relevanten Politikbereichen, wie vorrangig der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sowie der Bildungspolitik, nicht nur auf jeweils nationaler Ebene, sondern auch auf europäischer Ebene eine wichtige Rolle. Sie ist auch eine notwendige Voraussetzung für eine durchgängige Anerkennungs- und Willkommenskultur gegenüber Migranten in der Union. Directions and intensities of the most recent intra-european migration flows have been changed significantly since 2011 in the course of the European financial and sovereign debt crisis. More people from the (east-)southern EU-member states are fleeing/moving from their countries due to the rising youth-unemployment to the north and west; they are using – in many cases for the first time – the free movement of people within the Union, the foremost fundamental achievement of the EU. Coping with the looming economic and demographic challenges the consistence of the migration and integration policy with other policy areas, foremost the labor market and social policy and additionally the educational and vocational policy, is indispensible. This holds true not only on the national level but also on the European level. It is also a necessary prerequisite for an entrenched recognition- and welcome-culture towards ethnic minorities within the European Union.
    • Arm, erwerbstätig und prekarisiert

      Mäder, Ueli (UB Tübingen, 2015-06-01)
      Armut existiert auch in der reichen Schweiz. Sie betrifft unter anderem so genannte Working-Poor. Das sind Personen, die quasi Vollzeit erwerbstätig sind und doch zu wenig Einkommen erlangen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Hinzu kommen neue Formen der Prekarisierung der Arbeitswelt. Sie unterlaufen erkämpfte Standards der sozialen Sicherheit. Mit betroffen sind viele Kinder in sozial benachteiligten Familien. Sie werden oft einfach weg definiert. Vordringlich wären das Anheben der unteren Löhne sowie das Ausweiten der Ergänzungsleistungen auf alle Haushalte, die darauf angewiesen sind. Die reiche Schweiz kann sich das erlauben. Geld ist genug vorhanden. Was fehlt, ist der politische Wille. In wealthy Switzerland poverty does exist too. Affected by poverty are amongst others so called working poor, people that work full time but generate an income too small to make ends meet. In addition new forms of a precarisation of work emerge. These forms undermine hard-won and well-established standards of social security. And they affect many children from socially disadvantaged families, a fact nobody seems willing to take notice of. Urgent measures to be taken are an increase of low wages and the expansion of supplementary benefits to all households in need. Switzerland, a country of wealth, is able to afford such measures. Sufficient funds are available. Only obstacle is a lack of political will.
    • Arnulf von Scheliha: Protestantische Ethik des Politischen

      Meireis, Torsten (UB Tübingen, 2015-05-23)
    • As good as it gets: Was ein ›moderater Exklusivismus‹ mit Habermas über ihn hinaus vermag. Martin Breul fragt nach dem Verhältnis von religiösen Überzeugungen und öffentlicher Rechtfertigung

      Telser, Andreas (UB Tübingen, 2017-07-27)
      Rezension von:Martin Breul (2015): Religion in der politischen Öffentlichkeit. Zum Verhältnis von religiösen Überzeugungen und öffentlicher Rechtfertigung, Paderborn: Schöningh. 270 S., ISBN 978-3-506-78233-5, EUR 29,90.
    • Auf der Suche nach sozialethischer Orientierung in der Zuwanderungs- und Flüchtlingspolitik. Die Autoren des ›Forum Sozialethik‹ fragen nach Perspektiven

      Babo, Markus (UB Tübingen, 2018-08-08)
      Rezension von:Andreas Fisch / Myriam Ueberbach / Prisca Patenge / Dominik Ritter (Hg.) (2017): Zuflucht – Zusammenleben – Zugehörigkeit? Kontroversen der Migrations- und Integrationspolitik interdisziplinär beleuchtet (Forum Sozialethik; 18), Münster: Aschendorff. 461 S., ISBN 978-3-402-100646-4.
    • Ausgrenzung durch Inklusionspolitiken

      Wohlfahrt, Norbert (UB Tübingen, 2015-06-01)
      Inklusionspolitik zielt traditionell auf die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit der Ge- samtarbeitnehmerschaft. Hierfür sind sozialstaatlich verschiedene Instrumente entwickelt worden, in Deutschland insbesondere die Sozialversicherung. Mit der Durchsetzung einer sozialinvestiven Sozialpolitik verändern sich diese Zielset- zungen: Sozialpolitik versteht sich demnach als aktive Durchsetzung individueller Wettbewerbsfähigkeit und unterscheidet in hierfür produktive und unproduktive Investitionen. Zugleich werden zivilgesellschaftliche Organisationen und Inte- ressengruppen dafür instrumentalisiert, dem staatlichen Leitbild von Eigenver- antwortung und Selbstvorsorge zur Realität zu verhelfen. Der Tatbestand, dass in Folge dieser Entwicklung gesellschaftliche Armut zunimmt und die Lohnarbeit immer weniger für eine stabile individuelle Reproduktion taugt, wird öffentlich registriert, aber als Folge einer noch ungenügenden Aktivierungspolitik kritisiert. Die deutsche Unterschichtsdebatte stört sich weniger an der vorhandenen materi- ellen Armut als an der mangelhaften Konkurrenzfähigkeit und Konkurrenzwilligkeit der betroffenen Individuen. Social policy traditionally aims at the support of working people‹s individual repro- duction. In Germany, the instrument of social insurance is paramount to that aim. The implementation of social investive policy changes this primary goal, because it distinguishes between productive and unproductive investments in the employability of working people. Because of this, civil organisations will be forced to bring the new ideal of self responsibility to reality. As a result of this development, poverty increases in capitalist societies. This fact is publicly acknowledged, but interpreted as argment for an even tighter regime of workfare and deregulation.
    • Ausgrenzung und Leitkultur - Zur integrativen Funktion von »Parallelgesellschaften«

      Fisch, Andreas (UB Tübingen, 2015-06-01)
      Die ethnische Segregation von Migranten in »Parallelgesellschaften« wird häufig als Desintegration kritisiert. Aus sozialethischer Perspektive ist die kulturelle Differenz legitim, sofern die freiheitlich-demokratische Grundordnung anerkannt wird. Problematisch ist jedoch die Lebenslage von sozial benachteiligten Migranten, die ihnen ein Leben außerhalb von ethnischen Kolonien erschwert. Ethnische Kolonien können die soziale, wirtschaftliche und politische Integration von Migranten sowohl hemmen als auch fördern. Um ihr Integrationspotenzial auszuschöpfen, sind ein offenes gesellschaftliches Klima, das Engagement gut situierter Migranten und weiteres nötig. Statt die ethnische Segregation zu dramatisieren, sollte die deutsche Politik die Bildung geeigneter Migrantenselbstorganisationen anregen und fördern. The ethnical segregation of migrants in «ethnic communities» is frequently criticised as social disintegration. From a point of view rooted in catholic social teaching this cultural difference may be legitimate, as long as the liberal-democratic order is being recognised. However, the living conditions of socially disadvantaged migrants are problematic and make a life outside ethnic communities difficult. Ethnic communities are able to do both, either inhibit or promote the social, economic and political integration of migrants. In order to fully draw from their potential of integration in an open social environment, the commitment of well-to-do migrants and other conditions need to be fulfilled. Instead of dramatising ethnical segregation, German politics should stimulate and promote the formation of qualified self-organisations of migrants.
    • Banking Crisis: towards a Responsible Organization

      Van Liedekerke, Luc; Dubbink, Wim (UB Tübingen, 2015-06-01)
      Für die globale Finanzkrise lassen sich ähnliche unternehmensorganisatorische Ursachen identifizieren wie für die Skandale, die sich in zeitlicher Nähe zum Platzen der Dotcom-Blase (Enron, Worldcom etc.) ereignet haben. In all diesen Fällen gab es eine, durch Optimismus und hohe Aktienkurse ermöglichte, starke Expansionsstrategie. Der Kapitalmarktöffentlichkeit musste um jeden Preis vermittelt werden, dass die anfänglichen Erfolge dauerhaft fortgesetzt werden. Unternehmensintern war diese riskante Strategie möglich, weil die extreme Aufteilung der Verantwortlichkeiten, zum einen die Wahrnehmung der Schief- lage, zum anderen bei den Mitarbeitern, die die Risiken kommen sahen, eine Kommunikation mit dem Management, sehr unwahrscheinlich machte. Zur Lösung der Problemlage werden abschließend Vorschläge unterbreitet, wie in Unternehmen eine Kultur des mutigen Benennens unbequemer Wahrheiten etabliert werden kann. There are similar reasons for the global financial crisis regarding the internal organization of the corporation like the scandals close to the burst of the dot-com bubble (Enron, Worldcom etc). All these cases can be characterized by high optimism and high stock quotations which enabled companies to drive extreme expansion strategies. The public of the capital markets had to be suggested by any means, that the initial success could be continued perma- nently. Intra-company this high-risk strategy was possible, because of the high division of responsibilities within the corporations. This made it less likely that problems could be foreseen and communicated to the management. The article concludes with proposals on how companies can establish a culture of communicating even uncomfortable truth within.
    • Bedingungsloses Grundeinkommen – eine protestantische Option?

      Meireis, Torsten (UB Tübingen, 2015-06-01)
      Das Konzept eines nicht bedarfsgeprüften staatlich gewährten Grundein- kommens wird aus evangelischer sozialethischer Sicht einer kritischen Bewertung unterzogen. Dabei ergibt sich, dass ein solches Transfereinkommen weder ein Rezept zur Lösung aller wirtschafts-, sozial- und arbeitsmarkt- politischen Probleme noch eine Alternative zur Arbeitsgesellschaft darstellt. Vielmehr ist es ein vergleichsweise neues sozialpolitisches Instrument, das in sehr unterschiedlicher Weise verstanden und implementiert werden kann und dessen Gestaltung darüber entscheidet, welchen Zielen es dient und welche neuen Probleme es erzeugt. Aus protestantischer Sicht verdient nur eine solche Konzeption des Grundeinkommens Zustimmung, die am Ziel demokratischer Partizipation orientiert ist und einen Beitrag zu einem selbstbestimmten guten Leben leistet. Dies ist dann gegeben, wenn ein Einkommen über dem sozio- kulturellen Existenzminimum gewährleistet wird, das durch bedarfsgeprüfte solidarischen Hilfen ergänzungsfähig ist, nicht gegen Fördermaßnahmen zur Inklusion in den Erwerbskontext ausgespielt wird und durch intensive Be-mühungen um Beteiligungs und Befähigungsgerechtigkeit im Bildungskontext flankiert wird. In this paper, basic income schemes are evaluated from a protestant ethical perspective. The author maintains, that a basic income can not be seen as magic potion ending all economic and social struggle or as a way of opting out of labour society. Rather, it should be understood as a relatively recent instrument of welfare, that may be implemented quite differently, thus serving even opposite political ends. In a protestant view, only basic income schemes aiming at democratic participation and strengthening capabilities for the pursuit of a good life may be supported.